Vorbild Vorstand Hamburger Sportverein (HSV)

Die Oberen von Fußballbundesligaclubs erwarten von ihren Spielern und Angestellten immer eine vorbildliches Auftreten. Das gilt für den Sportplatz als auch für den Bereich außerhalb des Sports. Für sich selber scheinen die Vorstände und Aufsichtsräte diesen Maßstab nicht anzulegen. Beispiel gefällig?

Vorstandsvorsitzender des HSV, Bernd Hoffmann, scheint dafür ein Paradebeispiel zu sein. Mehrfach betonte er in der Vergangenheit, dass Spieler X oder Y noch einen gültigen Vertrag hat und nicht zu dem oder zu dem Verein wechseln kann/darf. Er selbst scheint es mit Verträgen und Geschäftsordnungen nicht so wörtlich zu nehmen. Wie ich heute im Hamburger Abendblatt lesen konnte, gibt es und gab es eine Geschäftsordnung, die eindeutig die Kompetenzbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder eingrenzte. Der sportliche Bereich unterstand dem jetzt demissionierten Dietmar Beiersdorfer. Im Jahr 2008 hatte es bereits Störungen durch Bernd Hoffmann im sportlichen Kompetenzbereich von Beiersdorfer gegeben. Damals unterschrieb man eine Vereinbarung, die eindeutig regelte, dass das Sportliche von Beiersdorfer zu regeln ist.

Hier scheint sich der Kreis zu schliessen. Der Wortbrüchige erhält Rückendeckung vom Aufsichtsgremium, stellt sich aber zugleich gegen den charakterfesten Beiersdorfer, der sich so wie es scheint an Vereinbarungen gehalten hat. Tolles Vorbild - HSV.

Kommentare

  1. Dazu einmal passend die Passagen aus einem Beiersdorfer-Interview im Hamburger Abendblatt:

    Abendblatt: Sie sprachen von Kompetenzstreitigkeiten. Dabei grenzt die Geschäftsordnung beide Aufgabengebiete doch klar voneinander ab. Unterschrieben von Aufsichtsrat und Vorstand, wurde diese erst am 13. Mai 2008 - passenderweise wegen damaliger Kompetenzüberschreitungen Hoffmanns - verabschiedet.

    Beiersdorfer: Bitter, oder? Das stimmt. Es gab aber auch eine Zeit, in der unsere Arbeit eine gute Wirkung erzeugte - auch auf mich, weil beide ihren Teil dazu beitragen konnten. Aber in den letzten zwei Jahren, dem letzten halben Jahr im Speziellen, schienen sich die Kompetenzbereiche für Bernd Hoffmann zu verwischen.

    Abendblatt: Jetzt wird überlegt, den neuen Sportchef nicht mehr dem Vorstand anzugliedern, sondern unterzuordnen.

    Beiersdorfer: Tja, das ist doch nur die logische Folge des Ganzen. Die Vereinsstruktur orientiert sich immer mehr an einer einzigen Person. Deshalb geht das auch durch. Schließlich hatten die Kompetenzüberschreitungen zuletzt schon System. Deshalb habe ich die Aufsichtsräte informiert. Ich dachte einfach, dass es für den Verein in Stein gemeißelte Arbeitsaufteilungen gibt.

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