Hamburger SPD unterirdisch

Was sich am späten Sonntagabend in der Parteizentrale der Hamburger SPD abspielte, hätte auch gut Platz in einem Gangsterfilm gehabt. Das Chaos setzt sich aber fort.

Ohne Hilfe von außen, scheint es keinen Ausweg aus dieser Misere zu geben. Gestern am Abend empfing der aus Berlin angereiste SPD-Generalsekretär Hubertus Heil im Marriott-Renaissance-Hotel zunächst Dorothee Stapelfeldt, dann mehrere SPD-Kreischefs und später Mathias Petersen. “Die Partei braucht jetzt einen Neuanfang, weil beide Kandidaten beschädigt sind”, sagte der SPD-Mitte-Chef Johannes Kahrs.

Das sieht danach aus, dass sowohl Dorothee Stapelfeldt als auch Mathias Petersen auf eine Spitzenkanditatur verzichten müssen. Zumal der wohl laut inoffiziellem Wahlergebnis vorne liegende Petersen gestern erneut eine politische Niederlage im Vorstand hinnehmen musste. Dieser hatte sich nämlich für den Bau der Elbphilharmonie in Hamburg ausgesprochen. Folgt damit also damit der Richtung von Dorothee Stapelfeldt.

Nur wer soll es dann richten? Da kommt einem doch gleich der Gedanke an einen alt gedienten Parteisoldaten der SPD, nämlich Olaf Scholz. Der vertritt den Wahlkreis Altona im Bundestag und war auch bereits für einige Monate 2001 Innensenator der Hansestadt.

Ole von Beust wird es in jedem Fall freuen, weil sich die SPD selbst zerlegt hat. Und das nicht erst seit Sonntag.

Kommentare

  1. Bernt,

    was Du hier schreibst, ist, mit Verlaub, großer Unfug.

    Es sind nicht beide Kandidaten beschädigt. Ein Kandidat - oder eine Kandidatin - ist Opfer einer Straftat geworden.

    Es darf nicht sein, dass den Straftätern durch den erzwungenen Verzicht beider Kandidaten auf eine Kandidatur der Erfolg der Straftat - nämlich die Verhinderung einer fairen Wahl - durch eine politische Entscheidung beschert wird.

    Wenn Du gehört hast, dass der Kandidat Petersen ganz deutlich in Führung lag, dann beziehst Du Dich da sicher nicht auf die Meldung des Berliner Abendblatts mit Titel:

    Internet-Voting für Petersen manipuliert?

    Nochmal ganz langsam zum Mitschreiben: Es fand eine Wahlmanipulation statt, es gibt kein Ergebnis bei dieser Wahl - weder ein inoffizielles noch ein offizielles. Das liegt nämlich daran, dass, wenn eine Wahlmanipulation stattgefunden hat, keiner ausschließen kann, dass ein “inoffizielles” Wahlergebnis, bei dem jemand “in Führung liegt”, manipuliert worden wäre.

  2. Mit Verlaub, ich habe hier nur ein Zitat verwendet, nämlich, das von Herrn Kahrs:

    “Die Partei braucht jetzt einen Neuanfang, weil beide Kandidaten beschädigt sind”, sagte der SPD-Mitte-Chef Johannes Kahrs.

    Seines Zeichen SPD-Mitte-Chef. Wie gesagt, die SPD zerfleischt sich selbst hier in Hamburg.

  3. Bernt, Du hast geschrieben: “Ohne Hilft von außen, scheint es keinen Ausweg aus dieser Misere zu geben.”

    Dann zitierst Du Johannes Kahrs.

    Du hast nicht kritisch hinterfragt, welche Intention Johannes Kahrs mit seiner Aussage verfolgt.

    Dabei sind Frage an Johannes Kahrs durchaus eine interessante Angelegenheit. So fragte Christopher Peter Johannes Kahrs in der Morgenpost vor nicht einmal einem halben Jahr:

    Herr Kahrs, sind Sie ein Rüstungslobbyist?

    Ich gestehe Dir allerdings zu, dass das Hamburger Dickicht nicht leicht zu durchschauen ist, und man leicht in die Irre geführt werden kann.

  4. Sehr gut, dass Mein Parteibuch die SPD mit ihren offensichtlich zweifelhaften Machenschaften verteitigt. Wenigstens einer, der noch die Stange hält!

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