Preise für Hotelzimmer sind nicht gefallen

Mein Lieblingswort im Spätherbst 2009 war “Klientelpolitik”. Schon zum damaligen Zeitpunkt konnte man sehr gut erkennen, welche Partei im Bundestag welcher Gruppe von Wählern etwas “Gutes” wollte. So war Guido großspurig angetreten und wollten den Hoteleigentümern etwas Besonderes tun. Die Besteuerung der Übernachtungspreise sollte von 19 Prozent auf sieben Prozent gesenkt werden.

So ist es denn auch zum 1. Januar 2010 geschehen. Ab sofort wird auf jeder Hotelrechnung nicht mehr 19 Prozent Mehrwertsteuern, sondern nur noch sieben Prozent ausgewiesen. Wenn man als Reisender jetzt gedacht hat, die Zimmerpreise sinken dadurch hat sich schwer getäuscht. Im Herbst war von der Hotellerie die Senkung der Mehrwertsteuer gefordert worden, um einen Wettbewerbsnachteil zu vermeiden. Doch genau diese Sparte senkt jetzt nicht die Preise, sondern belässt die Zimmerraten auf dem selben Niveau wie 2009. Dieses Geschenk hat den Steuerzahler nur eine Milliarde Euro gekostet. Geht man davon aus, dass rund ein Drittel der Steuerentlastung zurückfließt, bleiben dennoch rund 700 Millionen Euro an Belastung für den Steuerzahler übrig.

Guido, das war unnötig. Dabei hätte diese Summe, gerade in Zeiten einer Wirtschaftskrise und wie auf von Guido selbst gefordert, bessere Verwendung in der Bildung gefunden. Da stehen wir nämlich einer OECD-Studie aus 2006 zufolge, fast in einer Reihe mit der Türkei, der Slowakei, Spanien und Irland,  die im Vergleich der OECD-Staaten sich Bildung nur noch weniger kosten lassen als Deutschland. Wie die Organisation in ihrer Studie “Bildung auf einen Blick” darstellt, hat Deutschland 2006 lediglich einen Anteil von 4,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erreicht. Zum Vergleich Länder wie Schweden, Australien oder Finnland erreichen hier Quoten von bis zu 13 Prozent.

Kommentare

  1. Für Geschäftsleute dafür aber real gestiegen weil man als Geschäftsmann keine 19% mehr von der Steuer absetzen kann! ;)

    Ich frage mich bei so Sachen immer ob unsere Politiker so dumm sind oder ob die solche Sachen mit Berechnung veranstalten.

    Die Frage wäre dann, was von beiden schlimmer ist?

  2. Wenn es einer Branche sooo schlecht geht, dass sie Geschenke kriegt ist das ne Subvention. Jetzt werden da Tellerwäscher für 3,50 Studnenlohn geduldet - was denn bite noch?

    Der ermäßigte Steuersatz soll die Grundersorgung billiger machen - Brot Butter Lebensmittel. Übernachtungen zählen da sicher nicht dazu - Zeitschriften auch nicht!

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